BioVaria – (beinahe) das Wichtigste: der Biergarten

Über 230 Innovatoren aus dem Life-Sciences-Bereich kamen zur diesjährigen BioVaria zusammen, um neue Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu entwickeln. Obwohl die Veranstaltung hybrid angeboten wurde, hatten sich nahezu alle Teilnehmer in Präsenz eingefunden, ein Grund dafür war vielleicht (auch) die Abendveranstaltung im Biergarten.

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Nach zwei Jahren des virtuellen Austausches wurde die Veranstaltung von Investoren, Industrievertretern, akademischen Erfindern, Gründern und ihren Technologietransfer-Partnern nach Angaben des Hauptveranstalters Ascenion sehr gut angenommen. Mehr als 60 lizenzierbare Innovationen sind von führenden Wissenschaftlern und Klinikern aus ganz Europa präsentiert worden, so therapeutische und diagnostische Ansätze und Plattformtechnologien. In bewährter Weise hatten die zum Veranstaltungskomittee zusammengeschlossenen europäischen Technologietransfer-Organisationen eine strenge Vorauswahl der präsentierten Projekte getroffen und diese darauf getrimmt, klar und mit Zahlen und Fakten unterlegt, den Businesscase sowie das Marktpotential deutlich zu machen.

Für einen neutralen Beobachter ein löbliches Ansinnen, nach der x-ten Präsentation, die damit startet, dass ein Multimilliarden-Markt winkt, ohne deutlich zu machen, welches Stückchen von diesem großen Kuchen mit dieser Innovation in der nächsten Zeit realistischerweise (!) erreichbar ist, schwirrt einfach der Kopf.  Zudem es heute unter einem dreistelligen Milliardenbetrag fast nirgendwo mehr so richtig zu gehen scheint. Die Bandbreite der Vorträge aus dem kompletten Gesundheitssektor war jedoch sehr vielfältig und damit durchaus abwechslungsreich.

Zusätzlich stellten sich 13 ausgewählte Start-ups im Rahmen des interaktiven BioVaria-Panels vor und bewarben sich damit um den Startup Pitch & Partner Award. Die Investoren-Jury entschied sich für folgende Gewinner: Exactmer in der Kategorie Emerging’und Lymphatica Medtech in der Kategorie Rising. Exactmer, eine Ausgründung des Imperial College, London (UK), entwickelt einen neuen Ansatz zur Synthese von (bio-)synthetischen, polymeren Wirkstoffen für therapeutische Anwendungen. Mit der patentgeschützten Technologieplattform können äußert präzise Polymere zu deutlich geringeren Kosten bereitgestellt werden als bisher üblich. Das Schweizer Medizintechnik-Unternehmen Lymphatica Medtech entwickelt Medizinprodukte zur Behandlung von Lymphkrankheiten. Das führende Produkt, LymphoDRAIN™, ist der weltweit erste aktive implantierbare Lymph-Shunt zur Behandlung chronischer Lymphödeme – was laienhaft ausgedrückt so etwas ist wie ein Drainagebypass, um die ödemauslösende Verstopfung zu umgehen. 

“Es ist fast, als käme man nach Hause”, so einer der Veranstaltungspartner, womit sich die Sicht vieler Teilnehmer widerspiegelte. Die größte Wiedersehensfreude löste dann der abendliche Besuch im Augustiner Biergarten bei prächtigem Wetter aus, der für die weitere europäische Verständigung, beste Stimmung und jede Menge geposteter Maßkrugbilder sorgte.

Während die BioVaria sich stark auf molekulare Diagnostik, Wirkstoffe, Therapeutika und Medizintechnik (in Maßen) konzentriert, taucht am Eventhorizont die noch stärker mit bayerischer Bierseeligkeit verknüpfte Digitalkonferenz Bits&Pretzels auf, die Ende Juni als Ableger ihres Oktoberfest-Hauptevents einen ersten Aufschlag im Sektor Healthcare (Digital Health) unternimmt, und sich mit Schwergewichten wie Roche und EIT Health umgeben hat. Selbst auf dem Start-up-Veranstaltungstableau bleibt nach Corona nichts wie es vorher war. Die nächste BioVaria ist für den 24./25. April 2023 in München geplant.

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